Prolog

¨“Wir leben im Zeitalter der Fische“, sagte sie. Was für ein Bullshit. „Und nach uns kommt die Ära des Wassermanns“.
„Und was soll das bedeuten?“ fragte ich zurück.
„Das verstehst du nicht.“
„Nein, ich verstehe wirklich nicht, wie du an so was glauben kannst. Irrationaler geht es ja nicht mehr.“
„Du bist so unfair!“ Schluchzend verliess sie das Zimmer. Kopfschüttelnd folgte ich ihr. Eines Tages würde mich diese Frau noch den Verstand kosten. Ihre Empfindsamkeit, ihre Bereitschaft, alles zu glauben, was ihr einigermassen ins Konzept passte, ohne es je zu hinterfragen, und das völlige Fehlen von Vernunft in ihrem Denken widersprach allem, was mir einigermassen wichtig war. Darüber hinaus die Sache mit ihrem Vater - und doch, ich konnte nicht ohne sie.

Sie sass wie ein Häufchen Elend in der Ecke des Schlafzimmers, die Beine angewinkelt, den Kopf unter den Armen verborgen.
„Das sag ich meinem Vater.“
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Wenn du glaubst...“
„Ja, tue ich. Und wenn du dich nicht gleich entschuldigst, wird er richtig sauer.“
Ich beugte mich zu ihr herunter und küsste sie. „So etwa?“
Sie lächelte.

Fünf Minuten später waren wir im Bett. Ich wusste, sie würde nachher wieder ein schlechtes Gewissen haben. Was ich nicht ahnte, war, dass es unser letzter Versöhnungssex war.

Aber ich sollte vermutlich von vorne beginnen.

26.2.08 21:35

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen


Werbung